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Adventbeginn

1. DEZEMBER

„Advent, Advent, ein Lichtlein brennt. Erst eins, dann zwei, dann drei, dann vier, dann steht das Christkind vor der Tür.“ Advent: Eine Zeit des hoffnungsvollen Wartens – geprägt von Lichtsymbolik – an dessen Abschluss das Fest der Geburt Jesu Christi steht.

 

Auf einer Halbinsel des Comer Sees träumt die Villa Acronati einsam vor sich hin. Nur der Gärtner lebt da und er führt auch die Besucherinnen und Besucher. „Wie lange sind sie schon hier?“ fragt jemand. „24 Jahre“ antwortet der Gärtner. „Und wie oft war die Herrschaft hier in dieser Zeit?“ „Viermal“ meint der Gärtner. „Aber sie halten den Garten so gut instand, haben ihn so herrlich gepflegt, dass ihre Herrschaft morgen kommen könnte.“ Der Gärtner lächelt: „Oggi, Signore, oggi!“ (Heute, mein Herr, heute!)

Das lateinische Wort "adventus" bedeutet Ankunft. Der Advent ist eine vier- bis fünfwöchige Zeit der erwartungsvollen Vorfreude auf das Fest der Ankunft bzw. Geburt Jesu von Nazareth (Weihnachten), dem Sohn Gottes, auf Erden vor rund 2000 Jahren. Die Zeit des Advents soll aber auch eine Zeit des Nachdenkens über den eigenen Glauben sein und eine Besinnung auf das Versprechen Jesu, dass er eines Tages wieder kommen wird zu den Menschen. So war der Advent lange Zeit auch eine Zeit des Fastens. Ein biblischer Satz, der in dieser Zeit häufig im christlichen Gottesdienst zu hören ist, ist „Macht euch bereit“ bzw. „Seid bereit“ – so wie der Gärtner in der Geschichte jeden Augenblick bereit ist, dass seine Herrschaft kommen kann, so sollen die Christinnen und Christen jederzeit bereit sein für die Wiederkunft Jesu auf Erden.

Der Advent ist auch von anderen biblischen Geschichten geprägt:

  • Der Engel Gabriel verkündet Maria, dass sie Jesus, den Sohn Gottes, gebären soll.

  • Maria besucht ihre Cousine, die ebenfalls schwanger ist.

  • Die Verkündigung der Geburt Jesu an Josef, den Mann Marias.

  • Josef sucht für seine hochschwangere Frau Maria in Bethlehem verzweifelt nach einer Herberge. In einem Stall finden sie schließlich Zuflucht.

 

Viele dieser biblischen Geschichten, aber auch Symbole wie Licht und Finsternis, Kind, Weg usw. finden sich in Bräuchen und Traditionen dieser Zeit wieder.

Am Bekanntesten sind im deutschsprachigen Raum sicher der Adventkalender – als Zählhilfe für kleine und große Kinder auf das Weihnachtsfest hin – und der Adventkranz, ein Reisigkranz mit vier Kerzen. An den vier Sonntagen in der Adventzeit wird jeweils eine weitere Kerze entzündet. Das immer heller werdende Licht deutet auf die Geburt Jesu hin, der auch mit dem Symbol des Lichts verbunden wird.

Ein weiterer Brauch ist im alpenländischen Raum das Frauentragen oder die Herbergsuche: Ein Bild von Maria oder der sogenannten „Heiligen Familie“ (Maria, Josef und Jesus) wird von Haus zu Haus getragen und man versammelt sich davor zum Gebet.

 

Interreligiöser Fact: Meist findet um diese Zeit das mehrtägige jüdische Chanukka-Fest statt, welches auch die Symbolik des Lichts, das sich von Tag zu Tag vermehrt, als zentralen Ausdruck hat.

Wie im Christentum verkündet im Islam der Erzengel Gabriel Maria die jungfräuliche Geburt ihres Sohnes Jesus, eines Propheten, aber (anders als im Christentum) nicht Sohn Gottes.

KJÖ, BH