Logo3.png

Heilige Drei Könige

6. JÄNNER

„Wir danken für eure Gaben an Menschen, die weniger haben. Viel Glück und viel Segen im Neuen Jahr, das wünschen Caspar, Melchior und Balthasar.“

Wieso erscheinen rund um den 6. Jänner zum Fest „Erscheinung des Herrn“ verkleidete Kinder in den Straßen?

 

Sternsingen – 85.000 Mädchen und Buben ziehen in königlichen Gewändern durchs ganze Land, bringen Segenswünsche und sammeln Geld für bedürftige Menschen. Im Auftrag christlicher Nächstenliebe machen sie sich in Österreich seit 1954 auf den Weg und bitten um Spenden.

Die Bibel erzählt die Geburt Jesu unter anderem aus der Perspektive von Sterndeutern, die aus dem Osten nach Jerusalem kamen und nicht Anhänger der jüdischen Religion waren. Sie folgten einem Stern, welcher sie zum neugeborenen Messias (Jesus) führte, dem sie mit Geschenken von Weihrauch, Myrrhe und Gold ihre Ehrerbietung erwiesen.

Diese biblische Erzählung illustriert das Thema der Gottessuche. Gemeinsam mit einer anderen Version der Geburtserzählung in welcher die Hirten zentral stehen, drückt sie zudem die christliche Überzeugung aus, dass Gott in Jesus, seinem Sohn, für alle Menschen, auch für die Outlaws (Hirten) und Menschen aller Nationen und religiösen Weltanschauungen (Sterndeuter), Mensch geworden ist. Sie steht jedes Jahr im Mittelpunkt der katholischen und evangelischen Gottesdienste am 6. Jänner. Wobei im Laufe der Jahrhunderte aus einer undefinierten Anzahl von „Sterndeutern“ drei Könige wurden, mit verschiedenen Hautfarben, unterschiedlicher geographischer Herkunft, die die Namen Caspar, Balthasar und Melchior tragen und mittlerweile durch die „Sternsingeraktion“ zu allgemeiner Bekanntheit gelangt sind. Dieser Tag wird deshalb im Volksmund auch gerne „Heiligdreikönig“, „Dreikönigstag“, „Sternsingertag“ oder „Dreikönigsfest“ genannt. Korrekt ist jedoch die Bezeichnung „Erscheinung des Herrn“ (Epiphanie). Aber ist Jesus (der Herr), nicht bereits zu Weihnachten bei seiner Geburt den Menschen „erschienen“?

Stimmt, am 25. Dezember wird die Menschwerdung Gottes/Geburt Jesu gefeiert. Im Unterschied dazu wird am 6. Jänner das „Erscheinen“ der menschlichen Gegenwart Jesu in drei biblisch überlieferten Ereignissen gefeiert: Der Anbetung Jesu durch die Sterndeuter, bei seiner Taufe im Jordan und seinem ersten Zeichen bei der Hochzeit zu Kana, wo er Wasser in Wein verwandelte. Bereits früh rückte das erste dieser drei Ereignisse in den Feiermittelpunkt und so ist z.B. schon im Mittelalter das „Dreikönigsingen“ als Brauch bekannt. Aus dieser Tradition und dem Erscheinen Jesu für alle Menschen, gerade auch für die Ärmsten der Armen, leitet sich die Sternsingeraktion der Katholischen Jungschar (Verein innerhalb der Katholischen Kirche für Kinder-Seelsorge) ab.

Im alpenländischen Raum sind noch weitere Bräuche im Kontext des Dreikönigsfestes verbreitet wie z.B.: Perchtenumzüge, Dreikönigsritte, Glöcklerläufe, Weihrauchsegen für Haus und Hof usw.

 

Interreligiöser Fact: Die „Dreikönigsaktion“ ist das Hilfswerk der Katholischen Jungschar Österreichs. Jährlich fördert es rund 500 Projekte in Ländern des globalen Südens, um so Menschen unabhängig von ihrer nationalen, kulturellen und religiösen Herkunft ein Leben in Würde zu ermöglichen. Neben dieser Projektarbeit ist die Dreikönigsaktion auch in den Bereichen Anwaltschaft, Bildungsarbeit und Lobbying tätig.

KJÖ, BH