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Ostersonntag

21. APRIL

Ostern ist eine Explosion des Lebens und der Freude. Denn Jesus, der am Kreuz gestorben ist, lebt – und auch wir werden leben. Der Tod hat nicht das letzte Wort. Das Leben ist letztlich stärker als der Tod.

 

Ein kleines Weizenkorn wird auf den feuchten Boden gelegt. Dann wird es mit Erde zugedeckt. Es ist dunkel dort unten. Schwer lastet die Erde auf dem Samenkorn. Es beginnt langsam zu sterben. Voller Schmerz und Trauer. Einsam. Dann wird es still um das Weizenkorn. Tage vergehen. Doch dann kämpft sich der Sprössling seinen Weg durch die Erde, bis er zum Tageslicht durchdringt. Er wächst himmelwärts empor. Und Wochen später trägt er viele neue kleine Weizenkörner. Der Tod eines Weizenkornes ist fruchtbar geworden. Er gibt neues Leben.

Was hier in der Natur geschieht, ist ein beliebtes christliches Bild für die Auferstehung Jesu, die Christinnen und Christen an Ostern feiern. Nachdem Jesus am Karfreitag gestorben ist und ins Grab gelegt wurde, sieht es so aus, als wäre alles vorbei. Seine Freunde sind niedergeschlagen, verängstigt, voller Trauer, hilflos, verzweifelt. Am Karsamstag kann man auch heute noch diese Leere spüren, wie wir sie auch vom Tod naher Verwandter oder Freunde kennen. Doch dann geschieht etwas völlig Neues: Jesus bleibt nicht tot. Ihm wird von Gott neues Leben geschenkt. Und er erscheint seinen Freunden, um ihnen diese frohe und alles verändernde Botschaft mitzuteilen, dass er lebt. Jesus erscheint nicht als ein Gespenst, sondern leibhaftig: er ist berührbar und er isst sogar etwas. Gleichzeitig ist er aber nicht mehr an Raum und Zeit gebunden, denn er erscheint plötzlich auch mitten in einem verschlossenen Raum. Die Reaktionen der Freunde sind unterschiedlich – und sehr menschlich: manche erkennen ihn schnell wieder, bei anderen dauert es etwas länger. Manche erschrecken, andere zweifeln, wieder andere freuen sich. Meistens ist es wohl eine Mischung aus all dem. Denn die ganze Sache ist ja auch unglaublich: Jesus, der am Kreuz gestorben ist, lebt! Kein Wunder, dass die Freunde Jesu Zeit brauchen; Zeit, in der Jesus mehrmals erscheint, bis sie das wirklich glauben. Doch dann beginnen sie diese gute Nachricht allen Menschen zu verkünden (Pfingsten): Der Tod hat nicht das letzte Wort! Zwar gibt es im Leben Leiden und Tod, aber in Leiden und Tod gibt es auch Leben! Jesus lebt – und auch wir werden leben!

Etwas Wichtigeres kann es nicht geben. Deshalb ist Ostern für Christen das höchste Fest im ganzen Jahr – und sogar wichtiger als Weihnachten. Ostern wird 50 Tage lang gefeiert, und darüber hinaus sogar jeden Sonntag, das ganze Jahr. Der Termin für Ostern ist für katholische und evangelische Christen immer am ersten Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond, weshalb sich das Datum jedes Jahr ändert.

Die Osterfeierlichkeiten beginnen in der Nacht von Samstag zu Sonntag. Spätabends am Samstag oder frühmorgens am Sonntag versammelt man sich in der Kirche. Oft gibt es zu Beginn des Gottesdienstes ein Osterfeuer, an dem die Osterkerze entzündet wird. Das Licht steht für den auferstandenen Jesus. Feierlich wird die Osterkerze dann in die Kirche getragen und alle zünden ihre eigenen Kerzen daran an, bis die ganze Kirche vom Kerzenschein erhellt ist. Mit Glockengeläut, fröhlichen Liedern und vielem mehr entfaltet sich dann die ganze Freude dieser Nacht.

Zu Ostern gibt es viele Bräuche. Sehr bekannt ist der Osterhase, der dann die Ostereier bringt. Beide sind Symbole für Fruchtbarkeit und neues Leben, denn Ostern ist ja ein Fest des Lebens. Außerdem werden oft auch Osterlämmer gebacken. Das kommt daher, dass Lämmer im Volk Israel eine wichtige Opfergabe waren. Die ersten Christen, die selbst aus der jüdischen Tradition kamen, sahen dann Jesus als das wahre Opferlamm, der sein Leben hingibt um alle Menschen zu Gott zu führen. Eine andere Tradition ist der Osterspaziergang: am Ostermontag erinnern wir uns an zwei Freunde Jesu, die ziemlich niedergeschlagen unterwegs waren. Dann kam Jesus und ging mit ihnen, aber erst im Nachhinein erkannten sie ihn. Aus dieser Geschichte heraus ist der Osterspaziergang entstanden, bei dem wir uns nach dem Winter auch am Frühling und dem neuen Leben in der Natur erfreuen.

 

Fact: Orthodoxe Christen feiern dieses Jahr am 28. April Ostern. Das hat mit verschiedenen Kalenderberechnungen zu tun. Der traditionelle Gruß zu diesem Fest ist für sie (in der jeweiligen Sprache): „Christus ist auferstanden!“, worauf man mit „Er ist wahrhaft auferstanden!“ antwortet.

KJÖ, ES