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Palmsonntag

5. APRIL, kath, ev./12. APRIL, orth.

“Hosanna dem Sohn Davids. Gesegnet der da kommt im Namen des Herrn. Hosanna in der Höhe.” - Mit diesen Worten begrüßten die Menschen Jesus feierlich wie einen König als er auf einem Esel reitend in die Stadt Jerusalem einzog. Doch was steckt nun genau hinter dem Palmsonntag?

 

Als Jesus am Sonntag vor dem Pessachfest nach Jerusalem kam, wurde er von den Menschen, die ebenfalls zum Pessachfest nach Jerusalem gekommen waren als Messias, als Prophet und großer Wundertäter begrüßt. Die Menschen wussten nämlich, dass er kurz zuvor Lazarus von den Toten auferweckt hatte, obwohl dieser schon vier Tage im Grab gelegen war. Erwachsene und Kinder sangen ihm “Hosanna!” (hebr. Hoschana, „Hilf doch!“), legten ihre Kleider unter die Füße des Esels, auf dem Er ritt, und empfingen Ihn mit grünen (Palm-) Zweigen und Blumen. Deshalb wird dieser Tag neben seiner Bezeichnung als “Einzug des Herrn in Jerusalem” auch “Palmsonntag” genannt.

Diese Zeichen der Aufmerksamkeit entsprachen der wahren Bedeutung der Mission Jesu und seiner göttlichen Würde. Er kam nach Jerusalem, in die heilige Stadt, wo sich der Tempel des Herrn befand, den Jesus selbst als Haus seines Vaters bezeichnete; er kam als König, als Herr, als Sohn Gottes. Gleichzeitig aber kam er in die Stadt um zu leiden, um für die Erlösung der Menschheit Leid zu ertragen. Es begrüßte ihn im Volk auch die Menschenmenge, die ihn einige Tage später dem Gericht, der Geißelung und Kreuzigung überantwortete, ihn verspottete und sich über seine Erniedrigung freute.

Die Ereignisse, an die dieses Fest erinnert, sind in der Bibel bei allen vier Evangelisten genau beschrieben.

Das Fest des Einzugs des Herrn in Jerusalem oder eben Palmsonntag, leitet in die Karwoche über. Auf ihm liegt bereits das Siegel der bevorstehenden Leidenstage. Trotzdem ist es ein großer Tag der Verherrlichung des himmlischen Königs, der Verherrlichung der göttlichen Natur Jesu Christi. Dabei wird in der orthodoxen Kirche auch der Auferweckung des Lazarus von den Toten gedacht. Beide Festtage sind dort miteinander verbunden, denn in Lazarus wird nicht nur das Vorbild der Auferstehung Christi gesehen, sondern auch die persönliche Auferstehung der Christen. Dieses Vorbild schenkt den Christen große Hoffnung und deshalb ist dieses Fest auch ein Freudentag, ungeachtet der bevorstehenden Karwoche.

In vielen Teilen Europas, so wie auch bei uns in Österreich, wo keine Palmen wachsen, verwendet man am Palmsonntag sogenannte “Palmkätzchen” oder Zweige verschiedener Weidengewächse. Deshalb wird der Palmsonntag beispielsweise seit langem besonders in Gebieten slawischer Länder (z.B. Russland, Serbien, Bulgarien) auch “Weidensonntag” (russ. “verbnoe voskresen'je”) genannt. Dieser Name kommt daher, dass an diesem Fest die Gläubigen gewöhnlich mit Zweigen verschiedener Weidengewächse oder anderer Bäume, die im Frühling als erste Knospen treiben, in den Gottesdienst kommen. Dies dient als Symbol für die Zweige, die die Menschen trugen, als sie Jesus in Jerusalem begrüßten.

In der orthodoxen und katholischen Kirche gibt es die Tradition, die Weidenzweige in einem feierlichen Gottesdienst am Vorabend des Palmsonntags (orthodoxe Tradition) bzw. am Palmsonntag selbst (katholische Tradition) zu segnen, um sie danach an die Gläubigen zu verteilen. Die gesegneten Weidenzweige werden dann das ganze Jahr zuhause bei den Ikonen aufbewahrt bzw. hinter ein Kreuz gesteckt.

 

Interreligiöser Fact: Natürlich zieht Jesus nicht zufällig in die Stadt Jerusalem ein. Jerusalem war und ist das Zentrum des Judentums, denn hier stand der Tempel, zu dem man besonders an bestimmten Festen (wie Pessach) pilgerte. Heute ist Jerusalem auch für Muslime und Christen eine besonders wichtige Stadt.

Bibelstellen: Mt 21, 1-11; Mk 11, 1-11; Lk 19, 28-40; Joh 12, 12-19

OJÖ, ND / EJÖ, PG / KJÖ, ES

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