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Pfingsten

9. JUNI

An Pfingsten feiert die Kirche die Sendung des Heiligen Geistes. Auch wenn er unsichtbar bleibt, löst er doch Enormes aus: aus verängstigen Menschen werden mutige Zeugen, aus einer kleinen Gruppe von Freunden die Kirche.

 

Wer segelt, kennt ihn gut: den Wind. Manchmal herrscht völlige Flaute, dann eine angenehme Brise, und manchmal kommt plötzlich ein Sturm auf. Der Wind kann angenehm oder störend sein. Kein Mensch hat den Wind je gesehen. Aber man kann ihn manchmal hören und spüren. Und man kann seine Auswirkungen sehen: die Pollen, die im Frühling fliegen, das Laub, das im Herbst von den Bäumen weggeweht wird. Die Wolken, die langsam vorbeiziehen. Oder der Schneesturm im Winter. Und spätestens wenn man im Flugzeug durch einen Sturm fliegen muss, kann man den Wind sehr deutlich spüren.

So ähnlich wie mit dem Wind ist es auch mit dem Heiligen Geist: man sieht ihn nicht, aber seine Auswirkungen sind massiv. An Pfingsten feiern Christen die Sendung des Heiligen Geistes. Jesus löst damit das Versprechen ein, das er seinen Freunden gegeben hatte: Nach seinem Tod, seiner Auferstehung und Himmelfahrt lässt er sie nicht im Stich, sondern er sendet ihnen einen Unterstützer, den Heiligen Geist. Der Heilige Geist ist für Christen genauso Gott wie auch der Vater (der Schöpfer der Welt) und der Sohn (Jesus) (Dreifaltigkeit). Aus den verängstigten Freunden Jesu werden durch den Heiligen Geist mutige Zeugen der Frohen Botschaft. Gestärkt durch den Heiligen Geist beginnen sie überall Gottes große Taten zu verkünden. Bald bilden sich überall Gruppen von Gläubigen. Deshalb ist Pfingsten auch der Geburtstag der Kirche, denn sie ist ja die Gemeinschaft der Gläubigen, unter denen der Heilige Geist bis heute weiterwirkt.

Pfingsten wird immer genau 50 Tage nach Ostern gefeiert – das steckt auch im altgriechischen Namen des Festes: „Pentekoste Hemera“ („der fünfzigste Tag“). Zusammen mit Weihnachten und Ostern gehört Pfingsten zu den drei wichtigsten Festen des Christentums.

Traditionell ist Pfingsten eng mit der Feier der Firmung verbunden, die katholische Christen meistens als Jugendliche empfangen. Dabei wird man mit dem Heiligen Geist beschenkt, der uns stärkt um ein Leben aus dem Glauben und in christlicher Verantwortung zu führen. Aber der Heilige Geist ist nicht ein punktuelles Geschenk Gottes. Er bleibt in uns gegenwärtig. In den Gottesdiensten an Pfingsten beten wir deshalb auch darum, dass der Heilige Geist uns als Kirche immer wieder erneuert.

Obwohl Pfingsten eines der drei großen Feste der Christen ist, gibt es keine allgemeinen Bräuche und kein besonderes Essen. In manchen Regionen gibt es aber lokale Bräuche und insgesamt ist Pfingsten ein sehr fröhliches Fest.

 

Interreligiöser Fact: Pfingsten hat sich aus dem jüdischen Fest Schawout entwickelt, das auch 50 Tage nach dem Pessachfest gefeiert wird.

KJÖ, ES