Die traditionsreiche "Fiakermesse" Ende August wird seit 1984 gemeinsam von der Fachgruppe Beförderungsgewerbe und der Landesinnung der Gärtner und Floristen in der Wirtschaftskammer Wien organisiert.
Die Verbindung des Heiligen Fiacrius zu den Fiakern entsteht im Zusammenhang mit seiner Verehrung in Paris. Im Jahr 1662, führt der Kaufmann und Pferdehändler Nicolas Souvage dort erstmals von Pferden gezogene Mietwagen ein. Diese Wagen werden an einem Platz in Paris, nahe der Kirche Saint Fiacre, geparkt. Aufgrund der räumlichen Nähe wird der Platz "Rue de Fiacre" genannt, womit die Wagen bald den Namen "Fiaker" erhalten.
Zur gleichen Zeit gibt es Berichte über Wunder und Heilungen, die angeblich durch die Reliquien des Heiligen Fiacrius in der Kirche Saint Fiacre stattgefunden haben. Die Kirche wird dadurch zu einem wichtigen Wallfahrtsort. Die Fahrerder Kutschen, die nahe der Kirtche abgestellt sind werden bald "Fiaker" genannt Die Verbindung des Heiligen zu den Pferdewagen entsteht also nicht aufgrund einer spezifischen Legende oder Tradition, sondern durch einen zufälligen räumlichen Zusammenhang.
Als die Idee der Fiaker nach Wien kam, wird die franzöische Berufsbezeichnung beibehalten. So wird der Heilige Fiacrius in Verbindung mit den Fiakern auch in Wien verehrt und ist bis heute als Schutzpatron der Fiaker bekannt.
Gesicherte Fakten zum Leben des Hl. Fiacrius sind spärlich. Umso reicher sind die Legende um ihn: Sie berichten von einem Mönch und Einsiedler, der im 7. Jahrhundert in Irland geboren wird. Nachdem er von Bischof Faro von Méaux ein Waldstück nahe der Stadt geschenkt bekommen hat, errichtet er dort eine Einsiedelei namens "Breuil". Durch sein Gebet und Wirken verwandelt er den Wald in einen blühenden Garten. Eine Frau beschuldigt ihn bei Bischof Faro der Zauberei, doch als sie ihn beschimpft, verwandelt sich ein Stein, auf dem er sitzt, in einen bequemen Sessel. Dieser Stein wird später für Heilungen bei Sitzbeschwerden und Hämorrhoiden genutzt.
Der Heilige Fiacrius gilt als Patron verschiedener Berufsgruppen wie Gärtner, Blumenhändler, Kupferschmiede, Kistenmacher, Zinngießer, Kutscher, Taxifahrer und Notare. Erwird auch bei Hautkrankheiten, Hämorrhoiden, Fisteln, Krebs und Pest angerufen. Sein Gedenktag ist der 30. August.