In einer ökumenischen Vesper in der armenisch-apostolischen Kirche "St. Hripsime" in Wien-Landstraße hat der rumänisch-orthodoxe Theologe und Pfarrer Ioan Moga dazu aufgerufen, die Trägheit in der Ökumene zu überwinden. Zur Veranstaltung luden Bischof Tiran Petrosyan, der Vorsitzende des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRKÖ), und Kardinal Christoph Schönborn in die armebische Kathedrale und in das Erzbischöfliche Palais.
Die Vesper versammelte religiöse Würdenträger verschiedener Konfessionen, darunter der koptische Bischof Anba Gabriel, Domdekan Rudolf Prokschi, die methodistische Pastorin Esther Handschin und weitere Vertreter verschiedener christlicher Gemeinschaften. Während des Gottesdienstes betonte Bischof Petrosyan die Notwendigkeit von mehr Einheit unter den Kirchen, besonders angesichts der globalen Herausforderungen von Krieg, Terror und Flucht.
Pfarrer Moga fokussierte in seiner Predigt auf die aktuelle "Trägheit" in der ökumenischen Bewegung. Er betonte die Bedeutung von "mutiger Beharrlichkeit" und verwies auf die erst kürzlich abgehaltene "Gebetswoche für die Einheit der Christen". Moga äußerte Bedenken hinsichtlich der aktuellen Situation der Ökumene, doch betonte, dass die entscheidende Frage sei, ob die Kirchen noch aktiv aufeinander zugehen. Er zitierte einen deutschen Theologen, der die Ökumene als Zumutung bezeichnete, und erklärte, dass es trotz möglicher Herausforderungen wichtig sei, die Einheit der Christenheit anzustreben.
Moga unterstrich die Bedeutung des liturgischen Gebets als Werkzeug zur Erneuerung der Herrlichkeit Gottes und zur Stärkung der Sehnsucht nach Einheit. Trotz aktueller globaler Sorgen betonte er, dass die Ökumene eine Kraft für positive Veränderung sein könne. Er erinnerte an die Gründung der "Konferenz Europäischer Kirchen" in den 1960er-Jahren als mutigen Versuch, Brücken zu den orthodoxen Kirchen hinter dem Eisernen Vorhang zu bauen. Diese Initiative wurde als historischer Wegweiser betrachtet und als Beispiel für das Vertrauen in eine gemeinsame Zukunft trotz politischer Hürden.