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20.11.2013

Weltkindertag: Österreich lässt Schutzbedürftige hungern

Don Bosco Flüchtlingswerk fordert Umsetzung der Kinderrechte.

Die UN-Kinderrechtskonvention ist in Österreich noch nicht für alle Kinder und Jugendliche umgesetzt, mahnt das Don Bosco Flüchtlingswerk am internationalen "Tag der Kinderrechte" am 20. November: Besonders unbegleitete minderjährige Flüchtlinge würden vom Staat weiterhin "massiv benachteiligt", heißt es in einer Aussendung am Mittwoch, 20. November 2013. Grobe Missstände gebe es bei dieser Gruppe vor allem hinsichtlich der Verpflegung, der Ausbildung, der Mobilität sowie bei der Altersbestimmung.

 

Fünf Euro täglich

Als einen "Missbrauch an jungen Menschen" bezeichnete Floridus Kaiser, Geschäftsführer des Don Bosco Flüchtlingswerkes, die zwangsweise Altersbestimmung mittels Röntgenstrahlung: Sie sei eine gefährliche ärztliche Maßnahme ohne krankheitsbedingter medizinischer Indikation und müsse daher schnell beendet werden. "Eine Körperverletzung und dauerhafte Schäden der jungen Menschen werden in Kauf genommen", so Kaiser.

 

Kaum zu einer ausreichenden und ausgewogenen Ernährung reichen die fünf Euro, die die Regierung jungen Flüchtlingen täglich für die Verpflegung bereitstellt: Der vor zehn Jahren vereinbarte Betrag sei nie angehoben worden, obwohl Jugendliche laut Lebensmittelpreisindex heute 16 Euro für Frühstück, Schuljause, warmes Mittagessen und leichtes Abendessen benötigten. Spender der Betreuungsorganisationen müssten für den Staat einspringen, damit schutzbedürftige Kinder und Jugendliche nicht hungern oder auf der Straße betteln - für Kaiser "eine Schande".

 

Recht auf Bildung

Im Bildungsbereich müsse die Regierung auch Flüchtlingen das Recht auf Schulbildung oder berufliche Ausbildung bis zur Volljährigkeit ohne jede Diskriminierung ermöglichen. Dazu gelte es laut dem Don Bosco Flüchtlingswerk "zu gewährleisten, dass alle Jugendlichen öffentliche Schulen oder Lehrwerkstätten besuchen dürfen und können", da hier im Stich gelassene Jugendliche "eine verlorene Generation" seien, die sich Österreich nicht leisten könne.

 

Auch bei der Mobilität gebe es Aufholbedarf: Würden Jugendliche VHS-, Berufsorientierungs- oder Computerkurse statt einer öffentlichen Schule oder Lehre absolvieren, hätten sie derzeit keinen Zugang zum Top-Jugendticket zur Nutzung des öffentlichen Verkehrs, das zudem auf ganz Österreich ausgeweitet werden müsse.