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22.11.2013

Christkönigsfest: "O Herr, wenn du kommst, wird die Welt wieder neu..."

Die Königsherrschaft Christi steht im Zentrum des Christkönigsfestes.

Die Königsherrschaft Christi steht im Zentrum des Christkönigsfestes. "Mein Königtum ist nicht von dieser Welt" (Joh 18,36) sagt Jesus vor Pilatus. Was für ein Königtum ist das also, was für ein König ist Jesus?

Antworten darauf geben die Gebets- und Bibeltexte, die für den Gottesdienst am Christkönigsfest vorgesehen sind: Er ist König über die ganze Schöpfung (Kol 1,12-20) und Herrscher über die Könige der Erde (Offb 1,5-8); sein Königtum kann gelobt und besungen werden, es ist aber auch ein Königtum, dessen Vollendung noch aussteht. So heißt es im Tagesgebet: "Gott, du hast deinem geliebten Sohn alle Gewalt gegeben im Himmel und auf Erde, befreie alle Geschöpfe von der Macht des Bösen, damit sie allein dir dienen und dich in Ewigkeit rühmen"

 

"O Herr, wenn du kommst" (Gotteslob 233)

Ein Lied vom "Kommen Gottes" – im neuen Gotteslob ist es die Nummer 233 – besingt gleichzeitig das endzeitlich-königliche Kommen Gottes, das am Christkönigfest gefeiert wird, und das adventlich-zeitliche Kommen, das im beginnenden Weihnachtsfestkreis gefeiert wird.

"O Herr, wenn du kommst, wird die Welt wieder neu, denn heute schon baust du dein Reich unter uns" - so lautet die erste Strophe des Liedes von Helga Poppe. Es macht die Spannung deutlich, in der sich Anfang und Ende des Kirchenjahres – und das gesamte christliche Leben – befinden: die Spannung zwischen "schon" und "noch nicht".  In der dritten Strophe zeigt die Autorin, dass sie nicht auf ein besseres Morgen, auf ein Jenseits vertrösten will – eine Versuchung, in der die christliche Verkündigung immer steht. "Das Leid wird von all deiner Klarheit durchstrahlt. O Herr, wir warten auf dich": Kein Glaube kann das Leid aufheben, aber im "Warten" wird etwas von der christlichen Hoffnung spürbar.

 

Auch die Musik ist erwartungsvoll: Das Lied steht in Moll, nur in der Schlusszeile, im zweimaligen "O Herr, wir warten auf dich" erklingt ausschnitthaft die Dur-Tonleiter und stellt alles in ein helleres Licht. (Gedanken zu diesem und anderen Lieder im neuen Gotteslob finden sich in: Meinrad Walter, "Sing, bet und geh auf Gottes Wegen…" 40 neue und bekannte geistliche Lieder erschlossen. Freiburg: Herder, 2013)

 

Geschichtliches

Eingeführt wurde das Christkönigsfest 1925 von Papst Pius XI. aus Anlass der 1600-Jahr-Feier des Konzils von Nicäa (325). Es ist ein ganz junges Fest, eines der so genannten Ideenfeste, die einen Aspekt des Wirkens Christi besonders bedenken. Der volle Titel lautet "Hochfest unseres Herrn Jesus Christus, des Königs des Weltalls". Im Zusammenhang mit den Nationalismen im 20. Jahrhundert soll das Christkönigsfest zeigen, wer der wahre König und Herr ist.

 

Ende und Anfang des Kirchenjahres

Der Christkönigssonntag ist der letzte Sonntag im Jahreskreis. Das neue Kirchenjahr beginnt mit der Adventszeit und dem Weihnachtsfestkreis.

Mit dem Christkönigssonntag geht auch das bisherige Lesejahr - das sich zum Großteil am Lukasevangelium orientiert hat - zu Ende, es beginnt ein neues Lesejahr, das Lesejahr A, in dem das Matthäusevangelium in den Sonntagsgottesdiensten im Mittelpunkt steht.