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10.03.2014

Passionswege auf Radio Stephansdom: Christen in Bedrängnis

Die syrische Ordensschwester Hatune Dogan kämpft für die Christen im Nahen Osten.

"Ich möchte selber Zeugin sein, selber sehen und mich nicht auf das verlassen, was ich von anderen höre", sagt Schwester Hatune Dogan. Die syrisch-orthodoxe Ordensfrau ist seit vielen Jahren im Nahen Osten unterwegs, um den Christen der Region beizustehen und deren Verfolgung zu dokumentieren. Es sind grausame Geschichten, die sie erzählt, entsetzliche Fotos  und Videos, die sie zeigt. Sie tue es, um Europa aufzurütteln, erklärt Schwester Hatune Dogan. In der Hoffnung, die Christen hier mögen die Christen dort unterstützen und das Leid beenden. "Ich riskiere mein eigenes Leben, damit ich reale Bilder habe, von den Orten des Geschehens", so Hatune Dogan.

 

Mit Bildern Europa wach rütteln

Sie fotografiert die Opfer von Gewalttaten. Zum Beispiel einen jungen Mann aus dem Norden von Syrien, dessen Körper eigenartige Wunden aufweist. Schwester Hatune Dogan berichtet, der Mann und sein Bruder, beide Christen, seien von Islamisten entführt worden. Die Entführer hätten ihnen ins Fleisch geschnitten und die Wunden mit Salz gefüllt. Der Bruder überlebte die Qualen nicht.

 

Schwester Hatune Dogan weiß von vielen Entführungen. Sie hat mit mehr als 200 weiblichen Entführungsopfern gesprochen und deren Fälle dokumentiert. So auch den eines Mädchens aus Jordanien. Die Eltern versuchten alles, um ihr  einziges Kind freizubekommen. Doch der Lösegeldforderung von 200.000 Dollar konnten sie nicht nachkommen, 52.000 Dollar waren alles, was sie zusammenkratzen konnten. Nach 19 Tagen in Gefangenschaft und täglich mehreren Vergewaltigungen, wurde das Mädchen freigelassen - grausam verstümmelt und dem Tode nahe. Andere Mädchen kamen erst nach Monaten oder Jahren frei.

 

Bis das Leid der Christen ein Ende hat

Etwa 180 Videoclips hat die Ordensfrau von Morden gesammelt. Die Videos zeigen die "Schächtung", so Hatune Dogan wörtlich, christlicher Männer durch islamische Fundamentalisten. Gefilmt hätten die Gräuel die Täter selbst. Was es bedeutet, an Leib und Leben bedroht zu sein, weiß Schwester Hatune Dogan aus eigener Erfahrung. Als 15-Jährige floh sie nach Morddrohungen mit ihrer Familie aus der Südosttürkei nach Deutschland. Für ihre Rettung ist sie dankbar. Ihr Leben widmet sie nun jenen, die auch in Bedrängnis sind. Sie wird weiter sammeln. Grausame Geschichten, entsetzliche Bilder. Bis das Leid der Christen ein Ende hat.