Wovon irriger Weise nicht wenige denken, dass es am 8. Dezember gefeiert würde, ist in Wirklichkeit der Inhalt des Hochfestes "Verkündigung des Herrn": die "Empfängnis Christi", der Lebensbeginn Jesu im Schoß Mariens – ermöglicht durch das "Fiat" ("mir geschehe [nach deinem Wort]") der Jungfrau zu Gottes Verheißung. Die Kirche feiert dieses weihnachtliche Fest am 25. März, genau neun Monate vor Weihnachten. Dadurch fällt es paradoxer Weise fast immer in die Fastenzeit. Wenn es sogar in die Karwoche oder – was selten geschieht – in die Osteroktav fällt, wird es am Montag nach der Osteroktav gefeiert. Ist der 25. März ein Fastensonntag, drängt der Sonntag das Hochfest auf Montag, den 26. März.
Die Wurzeln dieses Festes reichen weit zurück – im Osten bis in die Zeit vor dem Konzil von Ephesus im Jahr 431. Es wurde unter dem Namen "Gedächtnis der heiligen, immer jungfräulichen Gottesmutter" unmittelbar nach dem Geburtsfest Christi, am 26. Dezember gefeiert. Im Westen ist für das 5. Jahrhundert ein Fest der "Annuntiatio" (Verkündigung) bzw. "Incarnatio" (Menschwerdung) ebenfalls in zeitlicher Nähe zum Weihnachtsfest bezeugt: Petrus Chrysologus († 451) berichtet von dem Fest, das in Ravenna am Sonntag vor Weihnachten gefeiert wurde.
Der 25. März kristallisierte sich als Termin für das Fest heraus, nachdem der 25. Dezember als Festtermin für Weihnachten feststand.
Nur in Spanien und in Mailand hatte man Schwierigkeiten, das freudige Fest weihnachtlicher Prägung in der österlichen Bußzeit zu feiern: Man hielt auf der Iberischen Halbinsel noch längere Zeit am 18. Dezember als älterem Termin fest ebenso wie die Kirche von Mailand am letzten Adventsonntag.
Das Fest erhielt in der liturgischen Tradition unterschiedliche Namen: "Empfängnis Christi" oder "Menschwerdung Christi", im Missale Romanum 1570 wird das Fest "Annuntiatio beatae Mariae virginis" (Verkündigung der seligen Jungfrau Maria) genannt, seit 1970 lautet der Name des Hochfestes (so wie in alten Quellen) "Annuntiatio Domini" (Verkündigung des Herrn).
Das Tagesgebet richtet sich an den "großen und unbegreiflichen" Gott: "Nach deinem Willen ist dein ewiges Wort im Schoß der Jungfrau Maria Mensch geworden. Gläubig bekennen wir, dass unser Erlöser wahrer Gott und wahrer Mensch ist. Mache uns würdig, Anteil zu erhalten an seinem göttlichen Leben." Und bei den Worten des Glaubensbekenntnisses "hat Fleisch angenommen" bzw. "empfangen durch den Heiligen Geist" knien – wie zu Weihnachten – alle nieder.