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26.03.2014

Lesen erweitert den Horizont, auch den Geistlichen

Lesen macht Kindern unglaublich viel Spaß.

Heidi Lexe hat das Glück, in ihrem Beruf sehr viel lesen zu dürfen. Sie ist Leiterin der STUBE, der Studien- und Beratungsstelle für Kinder- und Jugendliteratur der Erzdiözese Wien.  Außerdem lehrt sie am Institut für Germanistik der Wiener Universität.

 

Vorlesen ist wichtig

Damit aus Kindern Leserinnen und Leser werden, ist es  wichtig, ihnen vorzulesen, und zwar schon lange bevor sie selbst lesen lernen, betont  Heidi Lexe. So werden sie vertraut gemacht mit Geschichten, Bildern und Figuren.


Kinderliteratur kann auch eine wichtige Hilfestellung dabei sein, religiöses Denken einzuüben. Das geschieht nicht nur durch  biblische Stoffe, erklärt Heidi Lexe, sondern durch vielfältige Geschichten über das Leben, und die Welt. Schwierige Themen, wie Trauer, Krieg, Flucht, sollten nach Heidi Lexes Meinung nicht ausgeklammert werden: „Man darf Kindern ruhig etwas zutrauen. Kinder wachsen nicht im geschützten Bereich auf, sie leben in der gleichen Welt wie wir.

 

Es gibt Kinder, die schwere Schicksale durchleben, und ich meine, das sollten unsere Kinder auch wissen." Durch Bücher erfahren Kinder und Jugendliche, dass es nicht allen Menschen gleich gut geht, dass aber alle Menschen die gleichen Empfindungen kennen. Und dass man aus verschiedenen Gründen traurig sein kann. Aus alltäglichen oder aus Gründen, die in größeren politischen oder geschichtlichen Zusammenhängen stehen. „Kinder können ihre eigenen emotionalen Erfahrungen auch unter ganz anderen literarischen Bedingungen wiederfinden, und sie können mitempfinden", so Heidi Lexe: „Dieses Mitempfinden ist etwas ganz Grundsätzliches für unsere christliche Lebenshaltung." Sich darin einzuüben, auch mit Hilfe von Büchern und Geschichten, hält Heidi Lexe für unverzichtbar für Kinder.

 

Wer sich in ein Buch, in eine Geschichte vertieft, lässt sich auf Sprache und auf Stille ein. Von da, erklärt Heidi Lexe, ist es nur ein Schritt zum Gebet: „Das sind die gleichen Prozesse. Man kann sie auf viele Arten lernen, auch durch Kinderliteratur."


Ein Leben ohne Bücher kann sich Heidi Lexe nicht vorstellen. In ihrem aktuellen Lieblingsbuch, „Mein glückliches Leben" von Rose Lagercrantz, geht es um das Glück, beschreibt die STUBE-Leiterin: „Glück heißt nicht, dass wir ständig auf den Tischen tanzen, sondern Glück entwickelt sich aus ganz kleinen, zwischenmenschlichen Situationen.  Glück bedeutet nicht die Abwesenheit von Unglück, sondern wie wir damit umgehen." Manchmal ist Glück ein gutes Buch.