Zahlreiche Solidaritäts-Initiativen aus Wien und Niederösterreich haben bei einem Gottesdienst am Freitag, 28. März 2014, im Stephansdom des vor 20 Jahren verstorbenen "Missions- und Entwicklungsbischofs" Florian Kuntner gedacht. Vor der Messe, die von Weihbischof Helmut Krätzl geleitet wurde, fand die Verleihung des nach Kuntner benannten Preises des Weltkirche-Referats der Erzdiözese Wien statt.
Ausgezeichnet wurden neun vorbildliche Initiativen: die Straßenkinderhilfe "Friends of Navajeevan Austria", die Volks-/Hauptschule Ravelsbach (NÖ) sowie Solidaritätsaktionen von sieben Pfarren in der Erzdiözese Wien: Stockerau; Schwechat; Lanzenkirchen; Wiener Neustadt-Dom; Hollabrunn; Wien-Gaußplatz; Inzersdorf-St.Nikolaus.
Bischof Krätzl betonte, Bischof Kuntner habe in seiner 17-jährigen Amtszeit vielen Menschen "Freude, Glaube und Liebe zur Kirche" vermittelt. Es sei ihm gelungen, viele für das Evangelium zu begeistern und es "in freudiger Weise" vorzuleben.
Kuntners enger Mitarbeiter im Wiener Neustädter Vikariatssekretariat, Diakon Franz Ferstl, sagte, Florian Kuntner und Papst Franziskus hätten "viel gemeinsam - von der Ausstrahlung, der Liebe zu den Armen, den Worten" bis zu "gesetzten Handlungen". Kuntner habe in den Pfarren "viel angeregt", habe Menschen betroffen gemacht und vieles ausgesät, "was heute aufgeht und Früchte bringt". "Er setzte 'auf Menschen', er motivierte sie, und setzte nicht auf Strukturreformen", so Ferstl.
Charakteristisch für Kuntner seien die "spürbare Liebe zur Kirche, auch wenn sie noch so menschlich und unvollkommen ist, die Aufforderung zur Versöhnung, die Einladung zu einem einfachen, bewussten Leben, die klaren Worte zu Gerechtigkeit und Frieden" gewesen. Diese "Lebensbotschaften" lebten weiter.
Florian Kuntner, geboren 1933, erhielt 1977 die Bischofsweihe und war Weihbischof für die Erzdiözese Wien und Bischofsvikar für das Vikariat Unter dem Wienerwald. Er war auch Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke und gesamtösterreichischer Referatsbischof für Internationale Entwicklung und Mission. Florian Kuntner starb 61-jährig am 30. März 1994 an den Folgen einer Tropenkrankheit.