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02.04.2014

Kofferpacken für die letzte Reise

Ausstellung im Wiener MuseumsQuartier über Todund die wahren Werte im Leben.

Ein Koffer für die letzte Reise. Einmal Jenseits und zurück", so heißt die Ausstellung, die vom 29. März bis zum 26. April im „freiraum quartier 21“ im Wiener MuseumsQuartier zu sehen ist. Gezeigt wird, was Menschen für ihre letzte Reise in einen Koffer packen würden.  Besucherinnen und Besucher haben die Möglichkeit, sich offen  mit Tod und Vergänglichkeit  auseinanderzusetzen. Auch Koffer von Vertretern  österreichischen Religionsgemeinschaften sind ausgestellt: neben Toni Faber von der katholischen und Michael Bünker  von der evangelischen Kirche etwa auch Oberrabbiner Paul Chaim Eisenberg, Carla Amina Baghajati von der Islamischen Glaubensgemeinschaft und Gerhard Weissgrab, Präsident der Österreichischen Buddhistischen Gesellschaft.

 

Geschenke im Leben

Dompfarrer Toni Faber erinnerte in  einem ökumenischen Gottesdienst im Stephansdom im Vorfeld der Ausstellungseröffnung daran, dass  Menschen beim Sterben auf die Liebe Gottes zugingen. Er hoffe, dass die Ausstellung dazu beitrage, dass sich viele Menschen mit dem Tod, aber auch mit dem eigenen Leben intensiver auseinandersetzen. „Was werden wir mitnehmen auf unsere letzte Reise? Wird es so sein, dass das letzte Hemd wirklich keine Taschen hat?", fragte Faber und betonte: „Die Ausstellung gibt uns die Möglichkeit zu schauen, was uns geschenkt wird und wofür wir dankbar sein können“ , so Faber.


„Unser Tod wird keine Erfahrung sein, über die wir uns mit anderen austauschen können", sagte der lutherische Bischof Michael Bünker in der Predigt. Dennoch sei es wichtig, sich auch mit der eigenen Sterblichkeit auseinanderzusetzen, denn „Sterben bedenken heißt Leben lernen", zeigt sich Bünker überzeugt.  Christen dürfen die Hoffnung haben, dass mit dem Tod nicht alles vorbei sei. „Für die letzte Reise gilt: Du wirst erwartet, Du kehrst heim zu Gott.“ Gott habe sich des Todes angenommen, er habe sich in Christus dem Tod ausgesetzt und den Menschen so Anteil am ewigen Leben gegeben.

 

Würdiges Sterben

Trotz dieser christlichen Hoffnung sei der Umgang mit der eigenen Vergänglichkeit eine bleibende Herausforderung, räumt Bünker ein. Viele Menschen würden auf dieses Thema mit Verdrängung reagieren. Mit der Ausstellung würde ein Zeichen gesetzt gegen diese Verdrängung, aber auch gegen das Wegschieben des Sterbens und der Sterbenden. „Ein würdiges Sterben möglich machen ist die größte Herausforderung, vor der wir stehen. Es braucht intensivere Begleitung der Sterbenden“, betonte Bünker.