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05.05.2014

Kronprinz Rudolf ließ Pavillon in Mayerling prachtvoll ausmalen

Karmelitinnen berichten von Entdeckung bei Restaurierung

Von einer überraschenden Entdeckung bei den Restaurierungsarbeiten im Karmel Mayerling berichten jetzt die Karmelitinnen an dem schicksalsträchtigen Ort, wo am 30. Jänner 1889 Kronprinz Rudolf und seine Geliebte Mary Vetsera den Tod fanden: Bei der Wiederherstellung der dekorativen Deckenfresken des Pavillons im ehemaligen Jagdschloss und späteren Karmel wurde die Signatur des Malers gefunden: "Gemalt von Jos. Mikulsky 1887".

 

Von Legenden und Tatsachen

Damit sei erwiesen, dass der Pavillon unmittelbar nach dem Kauf durch den Kronprinzen im Jahr 1886 und kurz vor der Selbstmord-Tragödie von Mayerling prachtvoll ausgemalt wurde. Die Fresken des heute weitgehend vergessenen Malers bilden somit die ältesten Gestaltungselemente des Pavillons. Restaurator Peter Ledolter sprach in der Aussendung angesichts der Datierung von einer "Sensation".

 

"Dass Kronprinz Rudolf in dem Pavillon mit Mary Vetsera gefrühstückt haben soll, ist freilich eine Legende, denn Mary Vetersa war nur eine Nacht in Mayerling, die ihres Todes", stellten die Karmelitinnen klar. Bisher war der Pavillon Teil der Klausur, die Schwestern wollen ihn in Zukunft bei Führungen auch Besuchern zugänglich machen.

 

Besucherzentrum bis Oktober

Die seit März laufenden Arbeiten an dem Besucherzentrum und an der Revitalisierung der vom Verfall bedrohten Anlage, die das Land Niederösterreich subventioniert, gehen planmäßig voran. Die Karmelitinnen, die seit 125 Jahren an der Gedächtnisstätte präsent sind, bitten um Spenden, da sie 750.000 Euro für das Projekt "Rettet den Karmel Mayerling" selbst aufbringen müssen. Bis Oktober werden ein neuer Ausstellungsbereich samt Shop und Foyer gestaltet sowie ein Parkplatz errichtet. Das Projekt soll die Zukunft des Karmel Mayerling sichern. Die Nonnen erhalten ihr Kloster selbst und leben vor allem von den Einnahmen aus den Besichtigungen.

 

Das Gebäude stand ab 1550 im Besitz des Stiftes Heiligenkreuz. 1886 wurde das Gebäude von Kronprinz Rudolf gekauft und zum Jagdschloss umgebaut. Nach dessen Freitod ließ Kaiser Franz Joseph das Schloss noch im selben Jahr in ein Kloster umwandeln. Seither leben dort Ordensfrauen und beten für alle "Menschen im Unglück".