"Die enorme Nachfrage hielt an. Weit mehr als die Hälfte der Spezialkurse 2013/14 in Wien war ausgebucht", so Erhard Lesacher, Leiter der Theologische Kurse: "Viele Interessierte mussten auf die Kurse ab Herbst 2014 vertröstet werden." Das Erfolgskonzept: Kompakte Kurse von rund vier Studientagen geben strukturiert Einblick in ein aktuelles Themenfeld. Für das Studienjahr 2014/15 wurden Angebot und Themenvielfalt neuerlich ausgeweitet: Neben 12 Kursen in Wien gibt es in jedem Bundesland zumindest einen Spezialkurs.
Der Tod ist das Menschheitsthema schlechthin. Einige der neuen Spezialkurse thematisieren Älterwerden, Sterben und Tod: Im Rahmen von "Spiritualität 50+" gibt es die Spezialkurse "Lebenswege" (Wien und Wels) und "Neue Horizonte" (St. Georgen am Längsee, alle: November 2014 – Juni 2015). Der Spezialkurs "Auf Leben und Tod. Fragen rund ums Sterben" (Oktober/November 2014, Wien) blickt zunächst in die Bibel, die Begräbnisliturgie der Kirche und auf Todesrituale in den Religionen, um dann der Frage nachzugehen, ob der Tod nicht doch "ein Wiener" ist. Neben religiösen Aspekten wird es auch um handfeste, kontrovers diskutierte ethische, praktische und gesellschaftliche Fragen (z. B. Sterbehilfe) gehen. "Letzte Dinge – Letzte Fragen" behandeln auch Spezialkurse in Linz und Batschuns/Vorarlberg (ab Oktober 2014).
In der zeitgenössischen – insbesondere der französischen – Philosophie zeigt sich ein erstaunliches Interesse an der biblischen Tradition und der gesellschaftlichen Praxis des frühen Christentums. Themen wie Religion und säkulare Gesellschaft (Jürgen Habermas), die Bedeutung des "Anderen" (Emmanuel Levinas), Paulus als Begründer des Universalismus (Alain Badiou) werden anhand von Schlüsseltexten der Autoren erarbeitet (Spezialkurs "Zeitgenössische Philosophie und biblisches Denken". Oktober/November 2014, Wien)
Ein weiteres Themenfeld ist Kunst und Kultur und ihre religiösen Implikationen. Zu einer Wanderung durch die Geschichte der abendländischen Kunst lädt der Spezialkurs "Geschichte der Kunst" (März – April 2015) ein. Er vermittelt, wie man Kunstwerke "liest", welche Rolle der jeweilige historische, gesellschaftspolitische und religiöse Kontext spielt und wie man charakteristische Merkmale verschiedener Kunstformen und Stile erkennt.
Direkt an die Kunstwerke führen die Spezialkurs "Stephansdom" (bereits ausgebucht!) und der Spezialkurs mit Studienfahrt "Ravenna" (April/Mai 2015).
Die kulturelle Identität Europas beleuchtet der Spezialkurs "Kulturgeschichte Europas" (Februar/März 2015, St. Pölten). Europa ist weder ein Produkt des Zufalls noch einfachhin "das christliche Abendland". Welche kulturellen, religiösen und gesellschaftlichen Herausforderungen haben Europa im Lauf seiner Geschichte zu dem gemacht, was es ist?
Papst Franziskus bringt unübersehbar frischen Wind in die Kirche. Seine Theologie und Reformvorhaben werden von zwei Spezialkursen aufgegriffen:
Der Spezialkurs "Die Kirche der Armen. Papst Franziskus und die katholische Soziallehre" (März/April 2015, Wien) vermittelt die Grundzüge der Katholischen Sozialethik, die Weichenstellungen des Zweiten Vatikanischen Konzils und ihre Umsetzung in Lateinamerika (Stichwort: "vorrangige Option für die Armen") und gibt so ein Rüstzeug, um die Kirchenvision Papst Franziskus‘ fundiert zu verstehen und die soziale Wirklichkeit differenzierter zu sehen.
Der Spezialkurs "Ordensspiritualitäten und Kirchenreform" (März/April 2015, Salzburg) beleuchtet die Aktualität wichtiger Ordenstraditionen. Neben der benediktinischen Spiritualität, die von Erzabt Korbinian Birnbacher OSB, St. Peter, dargelegt wird, und der franziskanischen mit Erzbischof Franz Lackner OFM soll mit der jesuitischen Spiritualität die ignatianische Prägung von Jorge Mario Bergoglio SJ deutlich werden.
Auch Altbewährtes steht auf dem Programm: Weltreligionen, Begegnung mit dem Judentum, Altes Testament, Gebrauchsanweisung zur Bibel, Liturgie, Heilige Messe und Abendmahl (Liturgien in der westlichen Tradition), Sprachkurse (Hebräisch, Griechisch, Latein).