Liebe Brüder und Schwestern,
liebe Maria-Enzersdorferinnen und Maria-Enzersdorfer!
In den letzten Monaten hat sich in den kirchlichen Strukturen in Ihrem Ort einiges verändert. Als Bischofsvikar möchte ich Sie daher von Seiten der Diözese aus "erster Hand" über die Veränderungen informieren und Ihnen auch schreiben, wie es dazu gekommen ist:
Der Franziskanerorden hat der Erzdiözese Wien im Februar 2014 mitgeteilt, dass der Orden ab September dieses Jahres die Betreuung der Pfarre Maria Enzersdorf beenden möchte. Die Franziskaner wollen ihr Charisma leben und die lebendige Klostergemeinschaft stärken. Das heißt, dass der Franziskanerorden keine Priester mehr als Pfarrer und Kaplan stellen. Auch die Wallfahrts- und Klosterkirche in Maria Enzersdorf sowie die für die Pfarrpastoral und die Verwaltung notwendigen Räumlichkeiten werden mehr dem Kloster dienen und stehen der Pfarre damit nicht mehr im vollen Ausmaß zur Verfügung. Regelmäßige Gottesdienste an der Kloster- und Wallfahrtskirche Maria Enzersdorf wollen die Franziskaner weiter feiern und auch die Wallfahrten seelsorglich betreuen.
Somit standen wir vor der Herausforderung, die Einheit von Pfarre und Franziskanerkloster Maria Enzersdorf, die bisher untrennbar miteinander verbunden schienen, aufzulösen und eine neue Lösung zu suchen.
Nach reiflicher Überlegung und Anhörung der zuständigen diözesanen Gremien hat die Diözese daher beschlossen, die Pfarrseelsorge im gesamten Gebiet der Marktgemeinde Maria Enzersdorf in einer Pfarre zusammenzufassen und als Pfarrkirche (die Klosterkirche steht ja nicht mehr als Pfarrkirche zur Verfügung) die Pfarrkirche der bisherigen Pfarre Maria-Enzersdorf-Südstadt zu bestimmen.
Die Pfarrgemeinderäte beider bisherigen Pfarren haben diesem Vorhaben zugestimmt und zugesichert, es nach ihren Kräften zu unterstützen.
Somit wurde mit Wirksamkeit vom 1. September 2014 die Pfarre "Maria-Enzersdorf am Gebirge" aufgehoben und mit der Pfarre "Maria-Enzersdorf-Südstadt" vereinigt.
Die neue gemeinsame Pfarre erhielt auf Vorschlag der Pfarrgemeinderäte den Namen "Maria Enzersdorf – Zum Heiligen Geist".
Auch wenn es für viele eine starke Umgewöhnung bedeuten wird, erfüllt mich die Hoffnung, dass auf dieser Basis ein langsames aber stetiges Zusammenwachsen der beiden Gemeinden zu einer Pfarre möglich sein wird. Die Erzdiözese begleitet, unterstützt und fördert diesen Prozess.
Gleichzeitig danke ich auch dem Franziskanerorden für den jahrhundertelangen treuen Dienst in der Pfarrseelsorge und bin gewiss, dass ihr Wirken in anderen, neuen pastoralen Bereichen auch in Zukunft segensreich sein wird. Ihr Kloster ist und bleibt – wie ja auch die Niederlassung der Steyler Missionare in St. Gabriel – ein kraftvolles geistliches Zentrum innerhalb der nunmehr einen Pfarre Maria Enzersdorf. Herzlich danke ich auch den Steyler Missionaren, die sich auf diese pastoralen Herausforderungen einlassen.
Möge der Heilige Geist, unter dessen Schutz sich die Pfarre durch Wahl ihres Namens stellt, die Kirche in diesem schönen und vielfältigen Ort durch sein Wirken beflügeln!
Mit herzlichen Grüßen und den besten Segenswünschen
Ihr
Msgr. Dr. Rupert Stadler
Bischofsvikar