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06.11.2014

Caritas fordert in Hospizversorgung Rechtsanspruch und mehr Geld

Immer noch erhielten viele Betroffene am Ende ihres Lebens nicht jene Behandlung, die sie benötigen, weist Generalsekretär Schwertner hin.

Die Caritas ist auch nach 25 Jahren bei ihrem Projekt des Mobilen Hospizes auf Spenden angewiesen. Auf diesen Missstand weist Caritas Wien-Generalsekretär Klaus Schwertner hin. Niemand käme auf die Idee, für die Behandlung eines Beinbruches Spenden sammeln zu müssen. Im Hospiz-Bereich sei dies aber immer noch notwendig, kritisiert Schwertner. Ebenso ungenügend: "In Österreich gibt es noch immer keinen Rechtsanspruch auf entsprechende Hospiz- oder Palliativversorgung." Zu einer "Kultur des Lebens" gehöre auch eine entsprechende "Kultur des Sterbens". Doch noch immer erhielten viele Betroffene am Ende ihres Lebens nicht jene Behandlung, die sie so dringend benötigen würden.

 

Bei der ersten Arbeitssitzung der parlamentarischen Enquete-Kommission am Freitag, 7. November 2014 werde die Caritas erneut auf diese Probleme hinweisen und in diesem Punkt hartnäckig kündigte Schwertner an.

 

Das Mobile Caritas-Hospiz begleitet sterbende Menschen auf ihrem letzten Weg zuhause im Kreis naher Angehöriger. In Wien und Niederösterreich gelang das in den letzten 25 Jahren bei knapp 22.000 Menschen. Allein im Jahr 2013 haben hauptamtliche und freiwillige Mitarbeiter der Caritas 2.041 Menschen in Wien und Niederösterreich betreut. Diese Arbeit sei nur möglich, weil sie von Spenden mitgetragen wird, so Schwertner.

 Es gehe darum, bewusster von Menschen Abschied zu nehmen, betont der Caritas-Generalsekretär weiter: "In unserer Gesellschaft ist es nicht angenehm, über den Tod nachzudenken; das ist in anderen Kulturen selbstverständlich."

 

"Kunstwerke für das Leben"

Bei der 20. Hospiz-Auktion im Dorotheum werden am 11. November insgesamt 115 Kunstwerke von jungen und etablierten Künstlerinnen und Künstlern versteigert. Darunter Werke von Deborah Sengl, Otto Zitko, Angelika Krinzinger, Ulrike Lienbacher, Hildegard Joos, Peter Kogler oder Gunter Damisch. Der Erlös der Auktion kommt zu hundert Prozent dem Mobilen Caritas-Hospiz zugute, "damit wir Menschen entsprechend zu Hause begleiten können", zeigt sich Schwertner von der Auktion begeistert.