"Der Tod des 2-jährigen Mädchens, das von seinem Vater zur Strafe unter eine heiße Dusche gestellt wurde, macht mich tief betroffen. Darüber hinaus zeigt dieser Vorfall die traurige Tatsache auf, dass das Gewaltverbot an Kinder noch nicht bei allen Eltern und Erzieher/innen angekommen ist", so Heidi Lang, Vorsitzende der Katholischen Jungschar Wien.
"Die Auswirkungen von Gewalt als Erziehungsmaßnahme treffen nicht nur das das einzelne Kind und die Familie, sondern auch die gesamte Gesellschaft. Menschen, die in ihrer Kindheit mit Gewalt konfrontiert waren, leiden im Erwachsenenleben öfter an Depressionen, sind nicht voll arbeitsfähig, benötigen somit Therapieplätze und geben das Muster der Gewalt leider immer wieder auch an ihre eigenen Kinder weiter, da sie keine andere Form der Problembewältigung kennen gelernt haben. Im allerschlimmsten Fall endet Gewalt als Erziehungsmittel tödlich, wie das tragische Beispiel aus Wien nun zeigt" so die Vorsitzende der Jungschar Wien.
"Seit 25 Jahren gilt die Gewaltfreiheit in der Erziehung. In der Alltagsrealität von Kindern schaut das leider – vor allem im privatesten der Bereiche, der Familie – oft anders aus. 30 Prozent der Eltern in Österreich wissen gar nicht, dass sie ihre Kinder schon rein rechtlich (ganz abgesehen von der pädagogischen Sinnhaftigkeit) nicht schlagen dürfen. Außerdem gibt immer noch mehr als die Hälfte zu, ihre Kinder mit der 'g’sunden Watschn' zu erziehen. Umso wichtiger ist es, immer wieder auf das Gewaltverbot aufmerksam zu machen und sich klar auf die Seite der Kinder zu stellen. Als Katholische Jungschar machen wir uns für die Rechte der Kinder stark und hoffen, damit viele Menschen zu erreichen", ergänzt Heidi Lang.