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18.11.2014

„Seele verstehen“ - Abschluss des 2.Kurs für Priester und Diakone

 „Wer andere verstehen will, muss zuerst sich selbst verstehen“. Abschluss des 2.Kurs „Seele verstehen“ für Priester und Diakone mit Generalvikar Krasa.

  „Wer andere verstehen will, muss zuerst sich selbst verstehen“.

 

Aus diesem Ansatz von Weihbischof Stefan Turnovszky und Prof. Dr. Anneliese Fuchs entstand der Plan, eine entsprechende Hilfestellung für Priester und Diakone ins Leben zu rufen. Am 13.November 2014 fand die Abschlussfeier zum bereits zweiten Kurs „Seele verstehen“ mit der Verleihung der Zertifikate durch Generalvikar Nikolaus Krasa am Stephansplatz, Club 4 statt. An diesem 2.Kurs nahmen 11 Seelsorger (8 Priester und 2 ständige Diakone) teil.

 

Warum überhaupt eine solche Schulung?

Die derzeitige gesellschaftliche und wirtschaftliche Situation setzt den Einzelnen so unter Druck, dass viele Menschen unter Stresserscheinungen, Depressionen und ganz allgemein unter seelischen Belastungen leiden. Sie wenden sich oft mit unrealistischen Heilsvorstellungen an Seelsorger, die diese mit ihren Erwartungen oft überfordern.  Seelsorger müssen Menschen in tiefsten Lebenskrisen begleiten, bekommen aber meist zum Thema Seele keine fundierte Ausbildung.

 

Deshalb versucht die Erzdiözese Wien mit diesem Curriculum Priestern und Diakonen geeignete Werkzeuge in die Hände zu geben, um seelische Zustände zu erkennen und auch Einblicke  in die Psychopathologie zu erhalten. Das befähigt sie, rasch abzuklären, wo sie effizient helfen können und wo es wichtig ist, Personen präzise weiter zu delegieren.

 

„Ich habe erkannt, hier geht es zunächst um mich“.

Diese Rückmeldung eines Teilnehmers schon beim ersten Curriculum bestätigt den Weg dieses Kurses, über die Selbsterfahrung zur Kompetenz in Seelsorge und Beratung zu finden.

 

Alles andere ist eine Zumutung, sowohl für die Menschen, die Hilfe suchen, als auch für diejenigen, die Hilfe anbieten. Bei diesem Kurs hat sich zudem gezeigt, dass es noch viele Nebeneffekte gibt, die Priestern und Diakonen das Leben erleichtern wie zB: Zeitmanagement, Konfliktbewältigung und Kommunikationshilfen.

 

Aus dem Kurs Seele verstehen konnte ich viel mitnehmen, was mir in der Seelsorge vor allem im Umgang mit Schwierigkeiten in Gruppen und Beziehungen schon sehr viel geholfen hat“, so Georg Fröschl, Dechant in Wien XIV und einer der Teilnehmer.

 

Dieser Kurs vermittelt sowohl Grundzüge der integrativen Gestalttherapie und -Beratung als auch systemische Ansätze. Es geht va um die 5 Säulen der Identität: Materielle und Ideelle Werte - Körper - Arbeit - Soziales Netz. Theorieimpulse und Erfahrungen der Teilnehmer werden gut miteinander verknüpft.

 

Resumee und wie geht es weiter?

Rückblickend meint Marcel Berger, Pfarrer in Neukagran, Wien XXII: „Schade, dass der Kurs nun beendet ist – er war qualitativ hochstehend – die Gruppe wuchs zueinander – es wurden wirklich wichtige Themen aus unserem persönlichen und beruflichen Leben behandelt.