Nicolaus, 10: Warum wollten Sie Familienministerin werden? Wie viele Stunden arbeiten Sie in der Woche?
Sophie Karmasin: Weil ich Österreich zum familienfreundlichsten Land Europas machen will. Da muss noch vieles verbessert werden: in den Schulen, Kindergärten, was das Geld betrifft und vieles mehr. Die Stunden zähle ich nicht, weil mir die Arbeit Spaß macht.
Lukas, 10: Haben Sie Zeit, mit Ihren Kindern zu spielen?
Meine Kinder sind 11 und 14 Jahre alt, da ist spielen gar nicht mehr so das Thema. Was wir gemeinsam machen, ist essen oder fernsehen. Filme schauen wir gerne. Oder wir gehen in die Stadt, gestern waren wir beim Rathaus und in der Innenstadt spazieren. Ab und zu spielen wir Brett- und Gesellschaftsspiele. So etwas geht sich schon aus, vor allem am Wochenende, da versuche ich nicht zu arbeiten.
Ines, 11: Was können wir tun und an wen können wir uns wenden, wenn wir von Mitschülern gemobbt werden?
Das ist leider ein großes Problem. Ich glaube, das erste Mittel der Wahl ist wieder, mit den Eltern zu sprechen. Dann wäre es am besten, wenn du mit dem Klassenvorstand redest, möglichst neutral, darüber, was du beobachtest, um wen es geht und wie das entstanden ist. Der Lehrer sollte dann mit den betroffenen Kindern sprechen und danach vielleicht mit den Eltern. Ich glaube, ganz wichtig ist es, gut hinzuschauen, wo andere Kinder verletzt, beleidigt, abgewertet werden. Vielleicht traust du dich sogar, mit denen, die das auslösen, zu sprechen. Du könntest dir andere Kinder suchen, die das auch so sehen, und diejenigen, die das machen, zur Rede stellen. Wenn das nicht funktioniert, sprich mit dem Lehrer.
Zara, 10: Oft werden Kinder wegen einer anderen Herkunft benachteiligt. Was sagen Sie dazu?
Das ist natürlich abzulehnen. Es ist schrecklich, wenn Kinder wegen einer Tatsache, die sie nicht ändern oder beeinflussen können, diskriminiert, abgewertet, vielleicht sogar gemobbt werden. Dagegen müssen wir auftreten. Wenn du das bemerkst, dann sprich das in der Klasse an oder rede mit der Lehrerin.
Leo, 9: Wieso werden wir nicht um unsere Meinung gefragt, wenn Kinderspielplätze gebaut werden?
Das ist nicht gut, muss man ehrlich sagen. In der Gemeinde oder im Bezirk müssten die Verantwortlichen in Dialog treten mit den Bürgerinnen und Bürgern – da gehören die Kinder auch dazu. Es gibt Orte, wo das funktioniert. Wenn nicht, könnt ihr auf das Bezirksamt gehen und eure Rechte einfordern. Es ist wichtig, dass ihr wisst: Ihr habt Rechte und ihr dürft eure Meinung sagen. Wartet nicht, dass alles von selbst passiert, sondern steht auf, wendet euch an die richtige Person, sagt eure Meinung und fordert eure Rechte ein.
Die Kinderpressekonferenz fand am 17. November in Wien statt, Organisator war die Katholische Jungschar Österreichs.