Freitag 1. Mai 2026

Schnellsuche auf der Website

25.11.2014

Neues Podest für Chor im Stephansdom entsteht

Arenaform, aus massivem Holz gefertigt, wird besseren Klang im Kirchenraum erzielen lassen.

Neben der Domorgel im Seitenschiff des Stephansdoms wird derzeit gehämmert und gebohrt. Ein neues Podium für die Dommusik St. Stephan entsteht. "Der Wunsch für ein fixes Podium ist schon sehr lange da, im Grund seit die Orgel vorne ist und damit auch der Chor", blickt Dombaumeister Wolfgang Zehetner zurück. Denn bisher musste man sich mit einem flexiblen, beweglichen Podium beholfen. Das hatte aber viele Nachteile: "Wechselnde Standorte, Lärm, schalltechnische Probleme und auch sicherheitstechnische", weiß der Dombaumeister. Damit ist es in Zukunft vorbei. Denn nun kommt ein fixes stabiles Podium. "Es fügt sich auch optisch einigermaßen in dieses Apostelschiff ein", ist die Vorfreude beim Dombaumeister groß.

 

Arenaform

Das Podium wird ein wenig eine Arenaform haben mit ansteigenden stuhlhohen Stufen, "so dass man sowohl sitzen wie stehen kann", kündigt Dombaumeister Wolfgang Zehetner an. Dass aus massivem Holz gefertigte Podium hat, zweimal dreischichtige Platten übereinander, damit wird ein Knarren verhindert, wenn man sich darauf bewegt.  Da sich in diesem Kirchenschiff auch das Friedrichsgrab befindet musste man sich mit dem Denkmalschutz abstimmen: "Wir haben das Podium so dimensioniert, das das Grab davon nicht beeinträchtigt ist".


Die Farbe des Podiums wird sich möglichst zurücknehmen. Man hat versucht "eine Farbe auszusuchen, die mit der Orgel korrespondiert, aber auch mit der Steinfarbe der Domwand, so dass dieses Podium sich optisch eher zurücknimmt", erläutert Wolfgang Zehetner.

 

Schalldecke

Akustisch wird das neue Podium eine Novität beherbergen, einen ausfahrbaren Schalldeckel. Domkapellmeister Markus Landerer freut sich über das neue Konstrukt: "Der Schalldeckel wird dazu führen, dass man sich innerhalb der Chorgruppen besser hören wird, was bisher nicht der Fall war. Bisher stand man in einem Chor von 80 Personen und hat nur sich selbst gehört, aber nicht die anderen, das soll mit der neuen Konstruktion besser werden."

 

Das Podium ist so dimensioniert, dass man bis zu einer maximalen Größe von 120 Personen und einem Orchester vor dem Podium Platz findet. "Aber es gibt auch Sonntage, wo ein Orchester mit 16 oder 10 Personen musiziert, diese Spannweite brauchen wir", weiß Domkapellmeister Landerer.

 

Der erste Gottesdienst mit Verwendung des neuen Podiums wird das Hochamt am 8. Dezember (Maria Empfängnis) sein, dabei wird Bruckers Messe in E-moll erklingen.

 

Die Dommusik St. Stephan Wien setzt sich zusammen aus dem Vokalensemble St. Stephan, dem Wiener Domchor, der Choralschola und dem Domorchester. Namhafte Gesangssolisten u. a. von der Wiener Staatsoper und der Wiener Volksoper stehen in enger Zusammenarbeit mit der Dommusik, die seit Jahresbeginn 2007 von Domkapellmeister Markus Landerer geleitet wird.