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26.11.2014

Preis der Ordensgemeinschaften Österreich vergeben

Preis geht an Roma-Wohn-Projekt "Waldhüttl" und Caritas-Socialis-Initiative "Demenz weiter denken".

Zum zweiten Mal haben die heimischen Frauen- und Männerorden den "Preis der Ordensgemeinschaften Österreich" für "engagierte Leistungen an der Schnittstelle zwischen Orden und Gesellschaft" vergeben. Abtpräses Christian Haidinger, Vorsitzender der Superiorenkonferenz der Männerorden, und Sr. Beatrix Mayrhofer, Präsidentin der Vereinigung der Frauenorden, zeichneten am Dienstag, 25. November 2014 beim Ordenstag im Wiener Kardinal-König-Haus Pax-Christi-Generalsekretär Jusuf Windischer in seiner Funktion als Mitglied der Vinzenzgemeinschaft Waldhüttl für das gleichnamige Roma-Wohn-Projekt und die Schwesterngemeinschaft Caritas Socialis für ihr Projekt "Demenz weiter denken" aus. Der mit 10.000 Euro dotierte Preis wird seit 2012 alle zwei Jahre neu ausgeschrieben.

 

Adäquate Wohnmöglichkeit für Roma

Die Vinzenzgemeinschaft Waldhüttl gründete Preisträger Windischer im Jahr 2012 mit dem Ziel, für Roma eine adäquate Wohnmöglichkeit zu schaffen, während sie sich in Österreich aufhalten. Das Tiroler Stift Wilten stellte bald darauf Räumlichkeiten im "Waldhüttl", einem ehemaligen Bauernhof, zur Verfügung und übernahm die Kosten für nötige Renovierungsarbeiten. Zwei Jahre nach dem Umbau hat sich nun gezeigt was eine Notlage, viel freiwilliges Engagement und gezielte finanzielle Unterstützung bewirken können: Das "Waldhüttl" hat sich zu einem vielschichtigen Friedensprojekt entwickelt.

 

Neben der Unterkunft für 25 Roma aus der Slowakei und Rumänien ist auch ein großer Gemeinschaftsgarten, eine Herberge für Pilger und Reisende, eine Kapelle, ein Besinnungsweg und eine Scheune für kulturelle Veranstaltungen entstanden. Die Umbauarbeiten selber hätten vor allem Roma und Pensionisten erledigt, betonte Windischer bei der Preisverleihung.

 

Für Bernd Wachter, Caritas-Generalsekretär und Caritas-Vertreter in der Fachjury, macht das Projekt eine "kleines Stück Kirche erfahrbar, wie sie uns Papst Franziskus nahe legen würde". Das "Waldhüttl" sei ein Lehrstück der Nächstenliebe, des ökologischen Wirtschaftens, der Integration und Kulturförderung, sagte Wachter in seiner Laudatio vor mehr als 500 Ordensleuten. Darüber hinaus habe das Stift Wilten mit seinem Engagement gezeigt, wie der Auftrags zur dienenden Nächstenliebe ins Heute hinein übersetzt werden könne.

 

Demenz enttabuisieren

Ebenfalls ausgezeichnet wurde die Caritas Socialis für eine Initiative mit der sie seit 2013 versuchen, den 3. Wiener Gemeindebezirk Landstraße demenz-freundlich zu gestalten und die Krankheit aus der Tabuzone zu holen. Das Engagement sei dringend nötig, denn "das Bewusstsein für die Krankheit fehlt in weiten Teilen der Bevölkerung", betonte "Furche"-Journalist Otto Friedrich in seiner Laudatio. Mit punktuellen Aktionen wie etwa einem "demenzfreundlichen Marktplatz oder Gottesdienst" soll die Krankheit aus der Tabuzone in die Öffentlichkeit geholt werden. Groß geschrieben wird im Projekt auch die Vernetzungsarbeit zwischen Trägern professioneller Betreuungsangebote und sozialen Initiativen.

 

Schlussendlich soll die Initiative dazu beitragen, die Lebenssituation demenzkranker Menschen und ihrer Angehörigen zu verbessern und auch ein möglichst normales Leben führen können", benannte Friedrich das Hauptziel des Projekts. Die Caritas Socialis habe mit ihrem Engagement einen Puls der Zeit getroffen und somit eines der wichtigsten Kriterien für den Preis erfüllt.