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13.01.2015

Landau: Polizeimaßnahmen reichen nicht gegen Terror

Gipfeltreffen von Bildungs-, Sozial-und Integrationsministerium und Vertretern von NGOs

Die zuletzt von Innenministerin Johanna Mikl-Leitner angekündigten verstärkten Sicherheitsmaßnahmen gegen Terror sind für Caritas-Präsident Michael Landau "wichtig, aber mindestens genauso viel Energie und finanzielle Ressourcen sollten in Maßnahmen gegen Schulabbruch, Arbeitslosigkeit und Perspektivenlosigkeit fließen". Das erklärte Landau im Anschluss an ein Treffen in der Präsidentschaftskanzlei, bei dem Bundespräsident Heinz Fischer und die Minister Sebastian Kurz und Josef Ostermayer gemeinsam mit Religionsvertretern einen Schulterschluss gegen Terrorismus vollzogen. Auch Landau nahm an dem Treffen in der Hofburg teil.

 

Für gezielte Maßnahmen forderte die Caritas in ihrer Aussendung am Dienstag ein Gipfeltreffen von Bildungs-, Sozial-und Integrationsministerium und Vertretern von NGOs. "Enttäuschung, Frustration und Hoffnungslosigkeit werden sich nicht mit polizeilichen Maßnahmen lösen lassen", betonte Landau. Es gehe vielmehr darum, europäische Grundwerte wie Freiheit, Toleranz, Respekt und Solidarität sowie die Menschenrechte in den Köpfen der Bürger und vor allem aber bei den Jugendlichen zur verankern. Soziale Perspektiven und konkrete Hilfe seien erforderlich, um "unsere Kinder vor Verführungen radikaler Art zu schützen", so der Caritas-Chef.

 

EU vor einer ihrer größten Herausforderungen

Nach Jahrzehnten Frieden in Europa stehe die EU vor einer der größten Herausforderungen seit ihrer Gründung. "Die größte Errungenschaft der EU ist ihr erfolgreicher Kampf für Frieden, Versöhnung, Demokratie und Menschenrechte", sagte Landau. "Jedoch dürfen wir uns auf diesen Errungenschaften nicht ausruhen." Gefordert sei die verstärkte Solidarität Europas mit nichteuropäischen Ländern. Es gelte die Ungleichheit in der Welt zu reduzieren, "so dass radikales und fundamentalistisches Gedankengut keinen Nährboden findet".

 

Bildung betrachtet Landau dafür  auch in den Entwicklungsländern als "zentralen Schlüssel". Entwicklungszusammenarbeit sei dringend gefordert. "Wir brauchen globale Maßnahmen und Perspektiven für Menschen in Not, besonders in den ärmsten Ländern unserer Erde."

 

Der Caritas-Präsident verurteilte die Terroranschläge von Paris und bekundete den den Opfern und ihren Familien Mitgefühl. "Aber nicht nur Menschen wurden getötet, sondern die europäischen Grundwerte wurden dabei angegriffen."