Kardinal Christoph Schönborn beging heute, 22. Jänner 2015, seinen 70. Geburtstag mit einem Mittagessen, zu dem er rund 50 Menschen, die es schwer im Leben haben, in den Stephanisaal der Wiener Dompfarre eingeladen hatte.
Die Gäste bedankten sich mit einem überraschenden Geschenk: Sie hatten auf verschlungenen Wegen Papst Franziskus kontaktiert. Während des Essens klingelte das Handy eines Gastes. Alle eingeweihten Anwesenden sangen daraufhin laut "Viva il Papa" und überreichten dann dem verdutzen Kardinal das Telefon. Am anderen Ende meldete sich Papst Franziskus, der dem tief bewegten Kardinal auf italienisch alles Gute zum Geburtstag wünschte.
Der völlig überraschte Kardinal erhielt von den Gästen weiters eine Reihe von selbst gezeichnet bzw. geschriebenGeburtstagsgrüßen österreichischer Prominenter, (zum Beispiel Bundespräsident Heinz Fischer, der ehemalige Außenminister Alois Mock und seine Gattin und der Physiker Anton Zeilinger, der eine mathematische Geburtstagsformel formulierte, die erst entschlüsselt werden muss.
Zum 70. Geburtstag wurde Kardinal Christoph Schönborn von Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, wie Bundespräsident Heinz Fischer, Vertretern der Kirchen in Österreich und von seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie vielen Anderen gratuliert.
Bundespräsident Heinz Fischer dankte dem Wiener Erzbischof für dessen "verdienstvolles Wirken" im Dienst der Kirche und der Republik Österreich, sowie auch für gemeinsame Gespräche und Begegnungen im vergangenen Jahr. Wie der Präsident in seinem Schreiben unterstrich, empfinde er gegenüber Schönborn "hohe persönliche Wertschätzung und Verbundenheit".
Im Namen der Republik "und auch ganz persönlich" dankte Fischer dem Vorsitzenden der Bischofskonferenz für dessen "klare und mutige Worte", mit denen er sich immer um Orientierungshilfe der Gläubigen in schwierigen Zeiten bemühe. Schönborns Worte fänden ihr Gehör auch weit über den Kreis der Gläubigen hinaus "und auch weit über die Grenzen der Katholischen Kirche Österreichs", betonte der Bundespräsident.
Glückwünsche über Facebook gab es zum Beispiel von den Studenten in Heiligenkreuz, die sich im Stiftshof versammelt hatten.
Der Vorsitzende des Ökumenischen Rats der Kirchen, der methodistisch-evangelische Superintendent Lothar Pöll, gratulierte Kardinal Schönborn bereits am Mittwoch, 21. Jänner 2015, zum bevorstehenden 70. Geburtstag. Als Zeichen der Verbundenheit mit den bedrängten Christen im Nahen Osten überreichte er Kardinal Schönborn eine syrisch-orthodoxe Ikone.
Mit einem herzlichen Geburtstagsschreiben zum Siebziger von Kardinal Christoph Schönborn hat sich dessen deutscher Amtskollege Kardinal Reinhard Marx für das "gute Miteinander über die Grenzen unserer Bischofskonferenzen hinweg" bedankt.
Angesprochen auf die kommenden Jahre erklärte Kardinal Schönborn scherzhaft: Auch mit demnächst 70 Lebensjahren zeige sei Terminkalender wie seit Jahren einen "Überfluss an Zeitmangel" an. Zuletzt seien neue Aufgaben auch auf weltkirchlicher Ebene hinzugekommen; "Papst Franziskus hat mich da nicht verschont", nahm Schönborn Bezug auf seine Indienstnahme etwa im Aufsichtsrat der Vatikanbank oder bei den Bischofssynoden zu Familienfragen im Vatikan. Er erfülle diese und andere Aufgaben "nach wie vor sehr gerne" und fühle sich durchaus noch in der Lage, seinen Dienst mit Freude zu tun.
Kardinal Schönborn: "Für mich persönlich schlicht und einfach mehr Zeit für das Besinnliche, das Lesen, das Beten. Mehr Zeit auch für die Freunde. Für meinen Dienst wünsche ich mir, dass der Geist, der mit Papst Franziskus so spürbar durch die Kirche und die Welt weht, bei uns wirklich ankommt und dass die Freude des Evangeliums spürbarer wird."