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05.02.2015

Symbol der Treue

Päpstliche Verfahrensänderung bei der Verleihung des Ehrenbandes an Erzbischöfe

Künftig wird der Papst den neuen Leitern einer Kirchenprovinz die Wollstola, das sogenannte Pallium, nicht mehr am Hochfest Peter und Paul persönlich „anlegen“, sondern nur noch überreichen. Die eigentliche Auferlegung soll dann bei einer Zeremonie in den Erzdiözesen durch den jeweiligen Apostolischen Nuntius erfolgen.

 

Gedanken der Synodalität

„Die Bedeutung dieser Änderung liegt darin, die Beziehung der Metropolitan-Erzbischöfe mit ihren Ortskirchen mehr hervorzuheben. So haben mehr Gläubige die Gelegenheit, an diesem für sie bedeutsamen Ritus teilzunehmen, auch die Bischöfe der Suffragandiözesen“, erklärt der päpstliche Zeremonienmeister Guido Marini.

 

Papst Franziskus wolle mit dieser Geste den Gedanken der Synodalität unter den Bischöfen unterstreichen. Vom kommenden 29. Juni an werden demnach die Erzbischöfe wie gewohnt mit dem Papst konzelebrieren und am Ritus der Segnung der Pallien teilnehmen. Anschließend empfangen sie „in einfacherer und privater Form vom Papst das für sie bestimmte Pallium“, so Marini. Der bisher gepflegte Ritus behalte so „seine Gesamtheit und Tiefe“.  Es handle sich um eine bereichernde und keine aushöhlende Geste.

Wolle zweier Lämmer

Das Pallium symbolisiert die besondere Treue und Verbundenheit der Metropoliten mit dem Bischof von Rom. Seit Mitte des neunten Jahrhunderts waren die Erzbischöfe verpflichtet, sich das Pallium vom Papst zu erbitten. Gefertigt werden die weißen, mit sechs gestickten Kreuzen versehenen Pallien aus der Wolle zweier Lämmer, die der Papst am Fest der heiligen Agnes am 21. Jänner segnet.