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12.02.2015

"Pilgrim"-Initiative thematisiert Menschenrechte und Inklusion

Themenwoche in Pressbaumer Schule verdeutlicht Situation der Menschenrechte heute

Um Kindern und Jugendlichen Solidarität und Gerechtigkeit praxisnah zu vermitteln, ist die Zusammenarbeit mit Partnern außerhalb des Schulalltags ein äußerst hilfreicher Zugang: Das zeigen zwei Beispielprojekte auf, die das Schulnetzwerk "Pilgrim" in den vergangenen Tagen präsentiert hat. Im Rahmen der ökumenischen Nachhaltigkeits- und Bildungsinitiative, an der sich bereits über 160 Schulen beteiligen, lag der Fokus diesmal speziell bei den Themenbereichen Entwicklungszusammenarbeit, Inklusion sowie Menschenrechte.

 

Ein Projekt, bei dem Wiener Schüler gleichzeitig Kinder aus Nairobi ohne Bildungszugang unterstützen, Verantwortung trotz Behinderung übernehmen und Inklusion praktizieren, ist "Freundschaft verbindet".

 

Sozialprojekt an Schulen

Die Initiative ging aus von Piotr Kubiak, Religionslehrer an der Vienna Business School, der mit seinen Schülern bei der Suche nach einem Sozialprojekt auf ein kenianisches Bildungsprogramm für Kinder aus den Slums stieß. Für die gemeinsame Durchführung einer Unterstützungsaktion konnten Schüler der Integrative Schule Wien-Hernals gewonnen werden, zudem war als Vermittler, Treffpunkt und Förderer auch die nahegelegene Pfarre Herz-Jesu-Sühnekirche eingeschaltet.

 

Die Handelsschüler hätten von den Treffen mit ihren "andersbegabten" Alterskollegen der integrativen Schule sehr profitiert, berichtete Kubiak. Erstere stellten die Situation in den Slums von Nairobi vor, letztere knüpften Freundschaftsbänder, mit deren Verkaufserlös drei Kindern in Kenia ein Jahr Bildung finanziert werden konnte. Das Projekt wurde aufgrund des Erfolgs in einer jetzigen ersten Klasse fortgesetzt. Seitens der Integrativen Schule hob Direktorin Christine Pauxberger den "wichtigen pädagogischen Effekt" auch für ihre Schüler hervor; gerade unter jenen mit Handicap seien viele kreativ am Werk gewesen und hätten sich selbst als Helfende erleben können, was eine "neue Erlebniswelt" und ein neuer Ansatz für Kinder mit Behinderung sei.

 

Menschenrechte auch heute Thema

Einen ganz anderen Schwerpunkt - zum "Wert des Lebens" - setzte anlässlich des 70. Jahrestages der Befreiung des KZ Auschwitz-Birkenau die vierten Klassen der BAKIP und die Kollegklasse 1K der Sacre Coeur-Schule in Pressbaum (Niederösterreich). In einem einwöchigen, fächerübergreifenden Projekt "Menschenwürde - Menschenrechte" beschäftigten sich die Schüler mit Begrifflichkeiten wie Rassen, Rassismus, Folter, NS-Sprache, Bioethik, Behinderung, Sklaverei, Kinderarmut und Kinderrechte, und zwar stets im Kontext zur Gegenwart. Die Annäherung erfolgte auch künstlerisch-kreativ, wobei die Ergebnisse in einer Ausstellung in der Schule präsentiert wurden.

 

Teile der Projektwoche bildeten u.a. eine Exkursion in das ehemalige NS-Euthanasieanstalt Schloss Hartheim bei Linz, Besuche im Wiener Foltermuseum und bei Amnesty International, ein Roundtable mit Vertretern aus Wissenschaft, Journalismus, Behindertenbetreuung und Politik sowie eine gemeinsame Diskussion. Direktorin Claudia Rampitsch bezeichnete die gewählte Form des Erinnerns als "Weg in die Zukunft". Den Schülern sei bewusst geworden, dass fundamentale Menschenrechte auch im Jahr 2015 noch in vielfältiger Weise verletzt würden; viele hätten den Wunsch geäußert, sich für die Einhaltung der Menschenrechte in diesem Bereich zu engagieren.

 

Der Verein "Pilgrim" hat sich die Themen Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung und deren Vermittlung in der Schule auf die Fahnen geheftet. Laut Projektkoordinator Johann Hisch arbeiten zehn Jahre nach der Gründung mehr als 600 Lehrer, 150 Schuldirektoren und insgesamt 160 Institution, unter anderem der Ökumenischen Rat der Kirchen, die islamische Glaubensgemeinschaft und die buddhistische Religionsgemeinschaft, an dem Projekt mit.