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12.02.2015

Verzauberung der Welt

Faszinierend: Die  „Kulturgeschichte des Christentums"

Eine Kulturgeschichte des Christentums zu schreiben und auf 734 Seiten all das unterzubringen, was das Christentum in fast 2000 Jahren geleistet hat, ist ein gewagtes und fast unmögliches Unterfangen.

 

Dem Marburger Religionsphilosophen und Theologen Jörg Lauster ist das mit seinem Buch „Die Verzauberung der Welt. Eine Kulturgeschichte des Christentums“ (C. H. Beck-Verlag) eindrucksvoll gelungen.

 

Gewiss, es gab Kreuzzüge und Hexenverfolgungen, und doch nahm von Anfang an das Christentum Kulturformen seiner Umgebung auf und prägte sie: die Bibel als heiliges Buch, der Gottesdienst, feste Lehren als Dogmen sowie die praktizierte Nächstenliebe gegenüber Armen, Kranken und Ausgegrenzten.

 

Dass das Christentum einen gewaltigen Einfluss auf Philosophie, Literatur, Geschichte, bildende Kunst und Musik hatte und oft noch hat, all das zeigt Lauster auf.

 

Der protestantische Theologe räumt auch auf mit dem Mythos, die Epoche seit 1800 sei eine Epoche des Verfalls gewesen. „Der Erfolg der Antisklavereibewegung im 19. Jahrhundert und die Bedeutung des Papsttums im 20. Jahrhundert“ sind nur zwei Beispiele, „dass das Christentum in der Moderne wahr machen konnte, woran es zuvor Jahrhunderte vergeblich gearbeitet hatte“.