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16.02.2015

Canisiuswerk: Verkauf vom Canisiusheim Horn rückt näher

Neuausrichtung des Werkes zu "Zentrum für Berufungspastoral".

Der Verkauf des für die bisherige Priesterausbildung in Österreich prägenden Canisiusheims in Horn/Niederösterreich rückt offenbar näher. Das teilte das für die Förderung geistlicher Berufungen zuständige Canisiuswerk am Freitag, 13. Februar 2015, in einer Aussendung mit.

 

Notwendig geworden ist der Verkauf aufgrund baulicher Auflagen sowie aufgrund einer veränderten Bildungslandschaft, so Canisiuswerk-Generalsekretär Kurt Schmidl: "Das Haus erfüllte die baulichen Anforderungen nicht mehr. Es wären massive Investitionen notwendig geworden, die wir aus Spendengeldern so nicht mehr finanzieren wollten und konnten."

 

Veränderung der Bildungssituation

Das Canisiusheim - ursprünglich als Studentenheim für 150 Bewohner konzipiert - verfügt über eine Nutzfläche von über 3.000 qm auf einem rund 14.000 qm großen Areal. Die Verhandlungen mit einem Wohnbauträger seien schon "recht weit fortgeschritten", so Schmidl.

 

Verändert habe sich aber auch die Bildungssituation insgesamt, wie der St. Pöltner Bischofsvikar und langjährige Rektor des Propädeutikums im Canisiusheim, Prälat Franz Schrittwieser, im Gespräch mit "Kathpress" unterstrich: "Die Berufungspastoral und die Priesterausbildung haben sich in den vergangenen Jahren massiv verändert: Das Canisiusheim war durch das Aufbaugymnasium in Horn als Ausbildungsstätte für Spätberufene gedacht, dann kam die Möglichkeit zur Studienberechtigungsprüfung hinzu. Diese Bildungsangebote sind in dieser Form nicht mehr aktuell."

 

"Österreichhaus der Priesterausbildung"

Schrittwieser würdigte das Canisiusheim abschließend als "Österreichhaus der Priesterausbildung". Rund 850 Studenten hätten dort im Laufe der Jahre die Matura oder die Studienberechtigungsprüfung abgelegt und ihr Propädeutikum absolviert. Etwa 300 in Horn ausgebildete Studenten arbeiten derzeit als Priester in allen österreichischen Diözesen, zahlreiche weitere Absolventen seien zu Verantwortungsträgern in Kirche und Gesellschaft geworden, so Schrittwieser.

 

Der Verkauf des Canisiusheimes sei darüber hinaus eingebettet in einen längerfristigen Prozess der Neuausrichtung des Canisiuswerkes, so Schmidl. Neben den "klassischen" Aufgaben des Werkes wie etwa der Unterstützung von Priesteramtskandidaten durch Stipendien oder der Informationsarbeit über geistliche und kirchliche Berufe wolle man in Zukunft stärker die Kooperation mit den Ordensgemeinschaften suchen. Als Positiv-Beispiel habe sich etwa das gemeinsam mit den Ordensgemeinschaften betriebene Zentrum "Quo vadis?" in der Wiener Innenstadt bewährt. Zukünftig erwäge man ähnliche Zentren auch in den anderen Landeshauptstädten zu schaffen, so Schmidl.

 

Priesterausbildung: Propädeutikum ab Herbst in Linz

In Folge des Verkaufs des Canisiusheimes wird auch das "Propädeutikum" - die einjährige Einführungsphase zu Beginn der Priesterausbildung - übersiedeln. Ab September wird dieses Jahr im Linzer Priesterseminar stattfinden. Die Leitung des Propädeutikums werden auch nach der Übersiedlung von Horn die beiden bisherigen Rektoren Erwin Neumayer und Michael Münzner innehaben.

 

Wie das Canisiuswerk darüber hinaus mitteilte, gibt es in diesem Studienjahr 29 Neueintritte in den diözesanen Priesterseminaren. Hinzu kommen weitere 14 Neuzugänge im überdiözesanen Priesterseminar Leopoldinum Heiligenkreuz